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NaturKabinett

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Was ist ein Naturkabinett? Die Geschichte von Wunderkammer und Naturalienkabinett

Kupferstich des Naturalienkabinetts von Ferrante Imperato in Neapel, 1599, mit Krokodil an der Decke und Regalen voller Naturalien

Kurz gesagt: Ein Naturkabinett oder Naturalienkabinett ist eine Sammlung von Naturobjekten – Tierpräparaten, Schädeln, Muscheln, Mineralien, Insekten und Pflanzen. Solche Kabinette entstanden im 16. Jahrhundert aus den Wunderkammern der Fürsten und Gelehrten und wurden zu Vorläufern der naturkundlichen Museen. Heute erlebt die Idee als Einrichtungsstil eine Renaissance.

Von der Wunderkammer zum Naturalienkabinett

Im 16. Jahrhundert begannen Fürsten, Ärzte, Apotheker und Gelehrte in ganz Europa, das Staunenswerte der Welt in einem Raum zu versammeln. Diese Kunst- und Wunderkammern enthielten typischerweise:

Mit der Zeit trennten sich die Bereiche. Gelehrte wollten die Natur nicht mehr nur bestaunen, sondern ordnen und verstehen – das Naturalienkabinett entstand.

Berühmte Kabinette

Ferrante Imperato, Neapel

Das Coverbild zeigt das Kabinett des neapolitanischen Apothekers Ferrante Imperato als Kupferstich aus seinem Werk Dell’Historia Naturale von 1599 – eine der ältesten Darstellungen eines Naturalienkabinetts. Ein Krokodil hängt an der gewölbten Decke, umgeben von Fischen, Muscheln und Vögeln; Schränke und Regale sind bis unter die Decke gefüllt, und Besucher studieren die Objekte.

Ole Worm, Kopenhagen

Der dänische Arzt Ole Worm sammelte im 17. Jahrhundert Präparate, Schädel, Hörner und Muscheln. Der Frontispiz-Stich seines Museum Wormianum (1655) mit Eisbär und Krokodil gehört zu den bekanntesten Bildern der Wunderkammer-Zeit – Sie finden ihn auch auf unserer Startseite.

Die Franckeschen Stiftungen, Halle

In Halle an der Saale ist mit der Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen eine barocke Sammlung aus der Zeit um 1700 in ihren originalen Schränken erhalten – eine der wenigen Wunderkammern in Deutschland, die man noch heute besuchen kann.

Naturalienkabinett Waldenburg

Im sächsischen Waldenburg zeigt das Naturalienkabinett eine Sammlung, deren Kern auf das Kabinett der Leipziger Apothekerfamilie Linck zurückgeht. Die Fürsten von Schönburg-Waldenburg erwarben die Sammlung im 19. Jahrhundert – mit Präparaten, Insektenkästen, Nasspräparaten und Mineralien.

Vom Kabinett zum Museum

Im 18. Jahrhundert ordnete Carl von Linné die Natur in ein System aus Gattungen und Arten, und die Kabinette folgten ihm. Aus fürstlichen und bürgerlichen Sammlungen gingen öffentliche Museen hervor – etwa das 1753 gegründete British Museum, dessen Grundstock die Sammlung des Arztes Hans Sloane bildete, oder die großen naturkundlichen Museen des 19. Jahrhunderts. Für ihre Ausstellungen brauchten sie lebensechte Präparate: Die Taxidermie wurde zu einem eigenen Handwerk. Wie sie sich entwickelte, erzählt die Geschichte der Taxidermie.

Das Naturkabinett heute

Heute kehrt die Wunderkammer in Wohnungen, Ateliers, Hotels und Restaurants zurück – als Gegenentwurf zu glatten, austauschbaren Interieurs. Ein Fuchs auf dem Sideboard, Schmetterlinge unter der Glasglocke, ein Vogelschädel im Bücherregal: Jedes Stück erzählt eine Geschichte. Wie Sie Ihre eigene Sammlung aufbauen, zeigen die Ratgeber Wunderkammer einrichten und Taxidermie als Deko.

Warum wir NaturKabinett heißen

Unser Name verweist auf diese Tradition. Wie die historischen Kabinette verbinden wir die Freude an schönen Naturobjekten mit dem Anspruch, sie zu verstehen – und ergänzen sie um etwas, das den alten Sammlern oft fehlte: eine dokumentierte, legale Herkunft für jedes Stück. Mehr über uns: Über NaturKabinett.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Wunderkammer und Naturalienkabinett?

Die Wunderkammer (auch Kunst- und Wunderkammer) sammelte alles Erstaunliche: Naturobjekte, Kunstwerke, Instrumente und Exotika. Das Naturalienkabinett konzentrierte sich auf Objekte der Natur – Präparate, Mineralien, Muscheln, Pflanzen – und ordnete sie zunehmend wissenschaftlich.

Wo kann man heute noch ein historisches Naturalienkabinett sehen?

In Deutschland zum Beispiel die Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) und das Naturalienkabinett in Waldenburg (Sachsen). Auch viele naturkundliche Museen zeigen Räume im Stil historischer Kabinette.

Woher kommt der Name NaturKabinett?

Von den Naturalienkabinetten der Frühen Neuzeit. Wie sie verbinden wir Naturobjekte – Präparate, Schädel, Insekten – mit dem Anspruch, ihre Herkunft und Bedeutung zu erklären.

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Fotos: Acabashi, CC BY-SA 4.0 · Unknown author Unknown author, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons